Wandern durch Tauber- und Hohenlohe-Franken
Rothenburg Tourismus Service
91541 Rothenburg ob der Tauber
Marktplatz
Telefon: (0049) 09861 404-800
Fax: 09861 404-529
Wanderurlaub in Rothenburg ob der Tauber
„Allmählich wird es Abend. Ein langer, anstrengender und erfüllter Tag liegt hinter uns. Die Schatten knorriger Bäume werden immer länger und länger, scheinen fast nach uns zu greifen, als wir den Rand der Hochebene erreichen. Unten im Tal leuchten die Türme und Tore unseres Ziels im roten Licht der untergehenden Sonne. Wir gehen durch einen mächtigen Torturm, tauchen ein in das Leben der Stadt. Der Himmel über uns ist längst von tiefem Blau ins Schwarz gedunkelt. Um uns herum hasten Menschen durch Kopfsteinpflastergassen. Aus Wirtshäusern dringt Lachen auf die Straße. Was für ein Gegensatz zur Stille des Tages.“
Das klingt arg romantisch oder gar nach mittelalterlichem Heldenepos aus den weiten Ebenen Kastiliens? Mitnichten, die Zeilen entstammen einem Pilgertagebuch aus dem Jahr 2011, die Szene spielt mitten in Franken, halbwegs zwischen den Ballungszentren Frankfurt/Main, Stuttgart und Nürnberg. Der beschriebene Blick vom Rand der Frankenhöhe fällt auf Rothenburg ob der Tauber, der wohl meistbesuchten historischen Stadt Deutschlands. Die ehemals Freie Reichsstadt mit ihrer einmaligen Alt-stadt fehlt gewöhnlich auf keiner Deutschland-Rundreise. Prächtige Bürgerhäuser und farbenfrohe Fachwerkhäuser, wertvoll ausgestattete Kirchen, die Altäre von Tilman Riemenschneider, die großartige Lage über dem Taubertal und der lückenlose Mauerring rund um den mittelalterlichen Stadtkern sind für unzählige Reisende der Inbegriff deutscher Romantik. Genügend Zeit für einen intensiven Besuch
nehmen sich jedoch die wenigsten und verpassen so die stillen Gassen und Winkel abseits der Hauptsehenswürdigkeiten, versäumen Spaziergänge im letzten Tageslicht auf dem zwei Kilometer langen Wehrgang der Stadtmauer mit ihren Türmen und Basteien oder kommen nicht in den Genuss samstags über den kleinen Wochenmarkt zu schlendern.
Wer die nötige Muße und Zeit hat, sichert sich
einen Platz auf den steinernen Bänken am Marktplatz und erlebt, wie der weite Platz pünktlich zu jeder vollen Stunde (zw. 10 und 22 Uhr) zum großen Theater wird. Dann öffnen sich die Fenster neben der Kunstuhr am Giebel der Ratsherrentrinkstube und ziehen Besucher zahlloser Nationalitäten aus aller Welt an. Wie gebannt schaut die Menge auf den „Historischen Meistertrunk“ und lässt hundertfach ihre Fotoapparate klicken. Wer danach genug vom bunten Treiben, dem kosmopolitischen Sprachengewirr, bunten Schirmchen und zahlreichen Souvenirs hat, packt seinen Rucksack, schnürt die Wanderschuhe
und läuft einfach los. Rund um Rothenburg o.d.T. eröffnet sich ein für viele noch unbekanntes Wanderwegenetz von ungeahnter Dichte und Güte. 13 bestens markierte und eng miteinander verknüpfte regionale Rundwanderwege führen von den Toren der Altstadt in alle Himmelsrichtungen. Hinab
ins romantisch-stille Schandtaubertal, zu den aussichtsreichen Höhen im Naturpark Frankenhöhe, entlang der Tauber zu unbekannteren Kunstwerken und Baudenkmälern oder zu Aussichtspunkten mit faszinierenden Stadtpanoramen - den Möglichkeiten für Halb- und Ganztagestouren auf markierten Routen oder nach eigenem Gusto sind keine Grenzen gesetzt.
Soll es noch ein Stück weiter gehen? Rothenburg o.d.T. ist auch Knotenpunkt überregionaler Wanderwege. Am Schnittpunkt zwischen Bayern und Baden-Württemberg treffen sich der Main-Donau-Bodensee-Weg (Würzburg - Friedrichshafen) und der Frankenweg (Rothenburg o.d.T. - Pforzheim) des Schwäbischen Albvereins mit dem Main-Donau-Weg (Main-Tauber-Linie), dem Roten Flieger (Neustadt
a.d. Aisch – Feuchtwangen) und dem von Fürth kommenden Jean-Haagen-Weg des Fränkischen Albvereins. Auch der Romantische Straße Wanderweg und der Panoramaweg Taubertal haben Rothenburg o.d.T. zum Ziel.
Noch weiter? An der Rothenburger Jakobskirche treffen sich auch die aus Aschaffenburg, Fulda/Würzburg und Prag/Nürnberg kommenden Jakobswege, um sich von hier aus über Speyer, Freiburg oder den Bodensee bis nach Santiago de Compostela fortzusetzen. Wer lieber nach Rom, statt gen Spanien ziehen will, der findet vielleicht auf der „Via Romea“, dem historischen Weg des Abtes Albert von Stade, seinen ganz persönlichen Weg. Die Strecke befindet sich in Vorbereitung und wird einmal von
der Elbe quer durch Deutschland, Österreich und Italien bis in die „Ewige Stadt“ führen. Dank der Nähe zum Naturpark Frankenhöhe eröffnen sich zahllose weitere Wandermöglichkeiten auf höchstem Niveau. Der am Trauf der Frankenhöhe verlaufende, 100 Kilometer lange „Europäische Wasserscheideweg“ wurde vom Deutschen Wanderverband sogar zum „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert.
Viel Vergnügen beim Wandern!
Rothenburg – am Schnittpunkt der Jakobswege
Ultreja! „Vorwärts, immer weiter voran!“ Seit vielen Jahrhunderten ist dieser hoffnungsvolle
Ausruf die übliche Begrüßung unter Jakobspilgern auf dem Camino Francés, der als „Weg der Wege“ quer durch den Norden Spaniens führt. Doch so weit muss man gar nicht laufen. Das Netz der Europäischen Jakobswege wird zunehmend dichter. Vor allem in Süddeutschland sind in den letzten
Jahren zahlreiche historische Heerwege und Handelsstraßen recherchiert worden. Viele davon wurden als Pilgerwege zum „Grab des Heiligen Jakobus“ in Santiago de Compostela, aber auch von Pilgern auf dem Weg nach Rom und Jerusalem genutzt. Zeitgemäß angepasst, können diese lange vergessenen Wege heute problemlos nachgelaufen werden, gleich ob als Pilger oder Wanderer, ob aus religiösen
Intentionen, als Flucht vor Alltagsstress, als sportliche Aktivität, aus kulturellem Interesse oder einer Mischung aus allem. Jakobswege sind immer auch Routen zu intensiven Naturerlebnissen, zu interessanten Museen und bemerkenswerten Baudenkmälern fast aller Epochen zwischen Antike und Moderne.
Unterwegs sein auf Jakobswegen bewegt in einer ganz besonderen, eigenen Art, lässt Raum zur Entschleunigung und Selbstfindung. Für einmal darf da auch schlicht der Weg das Ziel sein.
Rothenburg o.d.T. ist seit dem Mittelalter ein zentraler Knotenpunkt für Jakobspilger aus Nord- und Osteuropa, kreuzten sich doch hier wichtige Handelswege und damit auch Pilgerrouten. Nach Rothenburg kamen Wege von Prag und Nürnberg, aus Fulda und Würzburg. Eindrucksvollstes Zeugnis der Pilgertradition ist die St.-Jakobs-Kirche. Der bedeutendste Sakralbau der Stadt war (und ist es bis heute) das Ziel der Pilger. Im Inneren begeistert Tilman Riemenschneiders Heilig-Blut-Altar von 1505. Als Zubringer aus Norden dienten der „Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg“ und der „Tauber-Jakobsweg“, aus Osten der „Mittelfränkische Jakobsweg“. Noch heute ist es ein erhebendes Gefühl durch die fast ein wenig an die kastilische Hochebene erinnernde Landschaft Hohenlohes auf die Türme der Stadt zu zulaufen. Wie befreit müssen sich da erst mittelalterliche Pilger gefühlt haben, wenn die Strapazen und Gefahren der langen Wanderungen zurück lagen?
Die Markierungen der Jakobswege
Die Tradition der Pilgerabzeichen ist seit dem Mittelalter bekannt. Sie dienten als Nachweis der erfolgreichen Pilgerfahrt, sollten Pilger aber auch auf ihrem gefahrvollen und langen Rückweg in die Heimat schützen. Das Zeichen des Jakobswegs ist nachweisbar seit dem 13. Jahrhundert die Jakobsmuschel, neben Hut, Mantel und Stab eines der Heiligenattribute des Apostels Jakobus. Naheliegend, dass die Jakobsmuschel auch als Wegzeichen für die Jakobswege dient. Wenn auch nicht mit einheitlichem Aussehen. Die meisten Jakobswege in Europa, vornehmlich die spanischen, französischen und die neuen Routen in Baden-Württemberg, Südbayern, der Schweiz und Österreich sind mit einer modern stilisierten gelben Jakobsmuschel auf dunkelblauem Grund gekennzeichnet. So auch der Jakobsweg von Rothenburg o.d.T. nach Langenburg und weiter über Rottenburg am Neckar nach Konstanz. Die Art der Anbringung dient auch als Richtungshinweis, denn die Basis der zusammenlaufenden Strahlen gibt die Laufrichtung an. Im Bereich des Fränkischen Albvereins wird dagegen eine weiße Jakobsmuschel in klassischer Form auf blauem Grund, unterstützt durch Richtungspfeile als Wegzeichen verwendet . Gleiches gilt auch für die durch Schwaben verlaufenden Wege bis nach Ulm. Markiert wird in der Regel auf allen Wegen nur in Richtung Santiago de Compostela.
Und wie weiter?
Wer als Jakobspilger die Rothenburger Stadtmauern wieder verließ, hatte entweder den Bodensee und Kloster Einsiedeln in der Schweiz oder den Kaiserdom zu Speyer als Ziel. Beide Kirchenbauten waren wichtige Zwischenstopps auf dem Weiterweg nach Frankreich. Schon im 5. Buch des Liber Sancti Jacobi (dem Pilgerführer des 12. Jahrhunderts) wurden für Pilger aus dem nördlichen und östlichen Europas drei zentrale Jakobswege beschrieben, die sich am Fuß der Pyrenäen vereinten, um fortan als Camino Francés über rund 800 Kilometer quer durch Nordspanien nach Santiago de Compostela fortzuführen.
... „¡Buen Camino!“
„Schnupperpilgern“ auf 1- & 2-Tagestouren
Uffenheim - Rothenburg o.d.T.
Rothenburg o.d.T. - Crailsheim
Colmberg - Rothenburg o.d.T.
Rothenburg o.d.T. - Langenburg
Taubertal Jakobsweg
Öffnungszeiten St.-Jakobs-Kirche, Rothenburg ob der Tauber
Januar bis März & Nov.: 10-12 Uhr & 14-16 Uhr
April bis Okt.: 9-17 Uhr, Dez.: 10-16.45 Uhr
Mittwochs-Wanderer
Jeden Mittwoch findet eine etwa 2-stündige geführte Wanderung mit Einkehr in die Umgebung Rothenburgs mit den „Mittwochs-Wanderern“ statt. Treffpunkt ist jeweils um 14 Uhr am Brunnen am Marktplatz. Die Teilnahme an diesen Wanderungen ist kostenlos.
Informationen zum Mühlenweg
Die Mühlendichte im Taubertal ist europaweit einzigartig. Auf den wenigen Flusskilometern zwischen Wettringen, Rothenburg o.d.T. und Tauberzell reihen sich an Tauber und Schandtauber mehr als 50 Mühlen unterschiedlicher Bauarten und Zwecke wie an einer Perlenschnur auf. Der Taubermühlenweg erschließt das wertvolle historische Vermächtnis für Wanderer. Zu dem Mühlenweg existiert ein Faltblatt.
Besichtigungs- und Übernachtungsmöglichkeiten in den Mühlen bestehen (nach Anmeldung) in der Herrnmühle Tel. 09861/2176, Fuchsmühle Tel. 09861/92633, Gipsmühle (Ev. Tagungsstätte Wildbad), Tel. 09861/977-0; info@wildbad.rothenburg und in der Rossmühle (Jugendherberge), Tel. 09861/94160.
Geführte Mühlenwanderungen: Ablauf, Preise und Termine auf Anfrage bei Hans-Gustav Weltzer, Tel. 09861/86317 oder Lothar Schmidt, Tel. 09861/8739670 oder unter www.taubermuehlen.de.
Wanderwochen
Alljährlich im Mai und im Oktober finden seit einigen Jahren die beliebten Rothenburger Wanderwochen statt. Ausführliche Informationen zu den geführten Wanderungen, zu Veranstaltungen und das Programm sind beim Rothenburg Tourismus Service erhältlich. Währende der Wanderwochen gibt es attraktive Wander-Pauschalen inkl. Übernachtung/Frühstück, tägliche geführte Wanderungen mit den Wanderführern, Eintritte, Nachtwächterführung, Wanderkarte und Wanderbroschüre.e vo
Weitere Informationen:
Prospektmaterial zu den Wanderwegen, eine Wanderkarte des Verkehrsvereins (€ 2,50), eine kleine Wanderbroschüre (€ 2,00) sowie ein Faltblatt zum 2011 eröffneten Mühlenweg im Taubertal sind erhältlich beim:
Wanderhotels:
Hotel Schranne***,
Schrannenplatz 6, 91541 Rothenburg ob der Tauber,
Tel.: 09861-9550-0
E-Mail: info@hotel-schranne.de
Internet: www.hotel-schranne.de
Hotel Glocke***,
Plönlein 1, 91541 Rothenburg o.T.,
Tel.: 09861-95899-0,
E-Mail: Glocke.Rothenburg@t-online.de
Internet: www.glocke-rothenburg.eu
Hotel Gasthof Bezold,
Vorm Würzburger Tor 11,
91541 Rothenburg o.d.T.,
Tel.: 09861/9476-0
E-Mail: info@hotel-bezold.de
Internet: www.hotel-bezold.de
Gasthof Rödertor, Ansbacher Straße, 91541 Rothenburg o.d.Tbr., Tel.: 09861/2022,
E-Mail: info@roedertor.com
Internet: www.roedertor.com
Biohotel zum Bären,
Hofbronnengasse 4-9, 91541 Rothenburg ob der Tauber,
Tel.: 09861/938010
E-Mail: info@biohotel-zum-baeren.deImpressum
Internet: www.biohotel-zum-baeren.de
Hotel-Gasthof Schwarzes Lamm,
Detwang 21, 91541 Rothenburg,
Tel.: 09861/6727
E-Mail: info@hotelschwarzeslamm.de
Internet: www.hotelschwarzeslamm.de
Boutiquehotel Goldene Rose,
Spitalgasse 28, D - 91541 Rothenburg ob der Tauber,
Tel.: 09861/4638,
E-Mail: info@goldenerose-rothenburg.de
Internet: www.goldenerose-rothenburg.de
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